Zur Zeit stresst der UNISpiegel einen meiner Meinung nach ziemlich bescheuerten Neologismus: “Krisenkind”. Gemeint ist damit die Generation der heute 20- bis 35-Jährigen, welche die Wende, den Zusammenbruch des neuen Marktes, die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise, Klimaerwärmung sowie noch einige andere Ereignisse hautnah miterleben durften und dürfen.
Da werden Tests veröffentlicht (Generationstest: Sind Sie ein Krisenkind?), Jungautoren outen sich als Krisenkind und meinen “Steine schmeißen ist einfach nicht unser Stil”, manche Krisenkinder wollen laut UNISpiegel auch einfach “nur müde, schmutzig, durstig sein”, andere wiederum sind einfach nur “Jung, gut ausgebildet, chancenlos”. Insbesondere letzteren Artikel bezeichnet der UNISpiegel dann auch noch ganz stolz als “Momentaufnahme einer Generation”.
Da fehlen mir doch glatt fast die Worte. Was soll denn dieser Unsinn? Bin ich als 32-Jähriger jetzt also automatisch Teil einer hilf-, wehr- und chancenlosen Generation, die in der eigenen Melancholie geradezu ersäuft?
Das ist doch Blödsinn ganz nahe am Bild-Zeitungs-Niveau!
Ich lass mich ja durchaus als “Kind der Wende” o.ä. bezeichnen, wenn es denn schon unbedingt sein muss aber doch nicht als “Krisenkind”! Eine Krise bekommen höchstens andere Leute, wenn sie in meinen Umgang geraten.
Also kommt schon und hört ganz schnell wieder auf mit dem Unsinn von der “Krisenkindergeneration”.
Unsteter Gedankenfluss aus dem Leben eines Projektleiters, Entwicklers, Freizeitautors, eBook-Enthusiasten und last but not least sächsischen Asylschwaben.