Wann sollte man eine Schulung besser abbrechen?
Darf man das überhaupt?
Warum ist das besser wie zumindest zu versuchen noch ein bisschen was zu erreichen?
Nun gut. Stellt euch vor Ihr müsstet eine Aufbau-Schulung über Installation, Update und Fehleranalyse einer Software halten. Die Software hat spezifizierte Hard- und Softwarevoraussetzungen und die Schulungsteilnehmer bringen die Geräte auf denen installiert werden soll mit.
Wenn dann eure Software für die Installation
- Oracle >= 9.2.07
- Java 5.0
- 10GB freien Plattenplatz
- DVD-Laufwerk
benötigt und die Zielgeräte erfüllen nicht mal die Hälfte der Voraussetzungen: Dann brecht die Schulung ab.
Sicher? Ja, sicher.
Ansonsten vergeudet Ihr eure und die Zeit der Teilnehmer. Ihr sollt ein ganz konkretes Thema schulen. Es ist NICHT eure Aufgabe erst noch in der Schulung die Systemvoraussetzungen auf den Zielgeräten zu schaffen und damit wertvolle Schulungszeit zu vergeuden. Im Endeffekt bleibt euch dann nicht mehr genug Zeit das eigentlich geplante Programm durchzuziehen und sobald (was Murphys Law ja zwingend vorgibt) dann auch noch ein wirkliches Problem auftritt, habt ihr komplett verloren und Zeit, die anderweitig produktiv nutzbar gewesen wäre, verschwendet.
Selbst wenn ihr noch Teilziele erreichen solltet, habt ihr euch selbst und den Teilnehmern keinen Gefallen getan. Das Erreichen von Teilzielen ist das gleiche wie eine schlechte Schulung gehalten zu haben. Im Gedächtnis bleibt lediglich das Wirrwar um ungenügende Systemvoraussetzungen aber nicht die Schulungsinhalte. Das ist wie in der Schule: Man kann in einer Arbeit 5 von 10 Aufgaben perfekt und richtig gelöst haben, insgesamt wird es trotzdem nur ein “Ungenügend”, wenn man nur die Hälfte der Aufgaben fertiggestellt hat.
Also abbrechen? Ja, sobald man erkennt, dass die notwendigen Voraussetzungen nicht erfüllt sind.
Darf man das? Das ist keine Frage des “Dürfens”, das ist lediglich eine Frage der Notwendigkeit.
Warum bist Du dir da so sicher? Weil ich den selben Fehler nicht noch einmal machen würde!
Unsteter Gedankenfluss aus dem Leben eines Projektleiters, Entwicklers, Freizeitautors, eBook-Enthusiasten und last but not least sächsischen Asylschwaben.